Was muss ich beim Videodreh beachten?

Ein Videodreh beginnt nicht erst ab dem Moment, in dem man Play auf seiner Kamera drückt. Jeder Videodreh benötigt gute Vorplanung in den verschiedenen Videobereichen. Um eine gute Struktur in sein Video zu bringen, sollte man ein Skript schreiben, ein Storyboard haben und einem roten Faden folgen. Je nachdem was für eine Art Videoaufnahme man produzieren will, ist es ebenfalls sehr wichtig sich Gedanken über die Kameraeinstellungen und Belichtung zu machen.  Wenn man zum Beispiel für einen Imagefilm viele verschiedene Kameraeinstellungen benötigt hilft es sehr sich im Voraus ein Storyboard zu erstellen, da das nicht nur einem selbst dabei hilft die Übersicht zu behalten, sondern auch dem Kunden einen guten Eindruck darüber gibt wie das Video aussehen wird. Dadurch können Ideen schon vor dem Videodreh besprochen werden und beim Dreh können die Videoaufnahmen gezielt abgearbeitet werden. Gerade als Anfänger sollte man sich dafür Inspirationen aus ähnlichen Videoproduktionen holen, oder besondere Übergänge, die man in Tutorials gesehen hat mit einbauen. Mit einer geordneten Struktur erspart man sich ebenfalls viel Zeit und Aufwand bei der Postproduktion, da man sein Konzept im Schnitt nach einem Plan abarbeiten kann und sich nicht durch das ganze Material durchschauen muss. Danach sollte man festlegen welches Equipment man für den geplanten Dreh benötigt. Dieses Equipment sollte bestenfalls schon vor dem Videodreh angepasst werden. Das bedeutet, dass alle Akkus des Videoequipments geladen werden müssen und die richtigen Einstellungen, wie zum Beispiel das Aufnahmeformat oder das Fotoprofil, an der Videokamera, bzw. Digital- oder Spiegelreflexkamera getroffen werden sollten. Diese Vorbereitungsschritte erleichtern einem den oft sehr stressigen Dreh.

Beim man dann den Play Button drückt sollte erneut versichern, dass die richtigen Einstellungen an der Kamera getroffen worden sind. Am wichtigsten sind ein einheitliches Bildformat und eine einheitliche Auflösung. Das Bildformat, oder auch Seitenverhältnis, bestimmt einfach gesagt in welchem Rahmen das Video gefilmt wird. Zur Verdeutlichung ist hier ein Schaubild mit den 3 üblichsten Formaten im Film.

90% aller Videos werden im 16:9 Format gefilmt. Für eine Standardproduktion ist das auch zu empfehlen, da das auch das Standardformat für die meisten Bildschirme ist und es somit keine schwarzen Balken im Vollformat gibt. Nur wer einen besonders cinematischen Look haben will, sollte in einem breiteren Format wie zum Beispiel 21:9 filmen. Wer seine Videoaufnahme nostalgisch und alt wirken lassen will kann ein höheres Format wie 4:3 wählen. Die Auflösung bestimmt wiederrum über die Qualität des Videos. Natürlich versucht man meist in der höchsten Auflösung zu filmen, was bei neuen Kameras meist 4K ist, jedoch haben niedrigere Auflösungen auch ihre Vorteile. Viele Kameras können nur mit einer hohen fps (Bilder pro Sekunde) Rate filmen, also 60 -120 fps, wenn sie nicht auf die höchste Auflösung eingestellt sind. Das bedeutet, dass man eine gute Zeitlupenaufnahme nur erstellen kann, wenn man nicht in höchster Auflösung filmt. Außerdem sind die Dateigrößen bei einer niedrigeren Auflösung entsprechend kleiner, wodurch die Speichermedien nicht so schnell voll werden und das Material bei der Bearbeitung schneller geladen wird.

Weiterhin sollte man vor dem Drücken des Play Buttons, sicherstellen, dass die richtigen Belichtungseinstellungen getroffen wurden. Die Belichtung einer Kamera stellt sich aus 3 Faktoren zusammen, die Verschlusszeit, die Blende und der ISO. Wie du diese richtig einstellst und wie sie zusammenhängen kannst du in diesem Artikel zur Fotografie lernen, da sich das gleiche auch auf Video übertragen lässt.

Bei der Belichtung ist wichtig zu beachten, dass die Verschlusszeit auf die Umgebung angepasst ist, da verschiedene Lichter eine Frequenz besitzen, in der sie ausgestrahlt werden. Ist die Verschlusszeit nicht auf diese Frequenz eingestellt, kann es in der Aufnahme zu starkem Flackern kommen. Natürlich braucht man sich am hellen Tag keine Gedanken darüber machen. Zuletzt ist noch zu prüfen ob die Schärfe richtig liegt, da ein unscharfes Bild auch in der Nachbearbeitung nicht verbessert werden kann.

Wenn man dann endlich die erste Aufnahme macht, gilt es immer wieder zu kontrollieren, dass die Schärfe und das Framing richtig liegen. Gerade wer allein und mit viel Bewegung in seinen Videos arbeitet, könnte damit Probleme haben und Fehler erst im Schnitt bemerken. Für diesen Fall wäre zum Beispiel ein externer Monitor zu empfehlen. Weiterhin gilt es spontan zu sein und auch bereit zu sein seinen Plan umzustrukturieren. Wie schon erwähnt ist ein Plan und ein Storyboard, das abgearbeitet werden kann sehr vorteilhaft, jedoch merkt man während eines Drehs oft, dass manche Ideen einfach nicht so durchgesetzt werden können wie man sie sich vorgestellt hat, oder der Kunde damit nicht zufrieden ist. Ein großer Fehler ist es dadurch in Stress zu kommen, oder auf seinen Plan zu beharren. Mit der nötigen Erfahrung kann man in diesen Situationen schnell umdenken und Szenen entweder umplanen oder sogar ersetzen. Bevor man also große Kundenaufträge annimmt sollte man diese nötige Erfahrung mit privaten Projekten aufbauen, welche man dann als Referenz nutzen kann.

Das rundum Equipment für alle Fälle

Am wichtigsten ist natürlich die richtige Kamera und die Auswahlmöglichkeiten sind riesig. Wer eine Videokamera will, die er für fast jede Art von Produktion benutzen kann der muss auf folgende Dinge achten.

  1. Es ist möglich das Objektiv an der Kamera zu wechseln. Dies ist sehr wichtig um mit verschiedenen Einstellungen Abwechslung in das Video zu bringen (Weitaufnahme, Close-Up, etc.). Da dies mit einem Handy oder einem Camcorder nur mit Zoom möglich ist, sind sie nicht für den rundum Gebrauch zu empfehlen.
  2. Die Kamera kann in 60 oder 120 fps filmen. Dies ist wichtig um in der Bearbeitung elegante Zeitverzerrungen erschaffen zu können. Einzelne Sequenzen zu verlangsamen wird immer beliebter bei allen möglichen Videos.
  3. Die Kamera sollte mindestens in Full HD (1920×1080) filmen können. Die Videoqualität der neuesten Kameras wird immer besser und beeindruckender, der Standard in dem Videos konsumiert werden steigt ebenfalls, weswegen Videos die nicht in Full HD angezeigt werden können schon als veraltet gelten.
  4. Einstellungen zur Individualisierung der Kamera. Viele Kameras bieten inzwischen verschiedene Möglichkeiten sie nach dem eigenen Geschmack einrichten zu können. Entweder kann man über „Custom Buttons“, die es an der Kamera gibt, Einstellungen schnell abrufen, oder auch das Menü im Video Modus mit den für sich wichtigsten Einstellungen ausstatten. Diese Einstellungen verbessern den Workflow während eines Drehs. Außerdem ist die Option ein Farbprofil zu wählen und anzupassen von Vorteil, da man damit mehr Optionen bei der Bearbeitung, genauer dem Color Grading hat.

Zu der richtigen Kamera dürfen natürlich auch die richtigen Objektive nicht fehlen. Wer gerne filmische Videos macht und den dazu entsprechenden Look haben will, der sollte sich für Festbrennweiten aus jedem Brennweitenbereich entscheiden, da diese in den meisten Fällen nicht nur lichtempfindlicher sind durch ihre niedrige Blende, sondern auch einen cinematischeren Look durch Hintergrundunschärfe erschaffen. Wer das nicht unbedingt benötigt und für Vlogs und Youtube Videos lieber flexibel sein will, der kann sich auch ein gutes Zoom Objektiv, dass die wichtigsten Brennweiten abdeckt zulegen. Wer nicht weiß, was mit diesen Fachbegriffen gemeint ist, kann sich hier einen genaueren Überblick über die Funktionsweise von Objektiven holen:

Um möglichst geschmeidige Aufnahmen hinzubekommen benötigt man außerdem Equipment zum Stabilisieren der Kamera. Wer dafür kein großes Budget hat, der sollte zumindest in einen Cage oder eine Steady Cam für die Kamera investieren. Beide Varianten verlangen etwas Übung und reagieren stark auf die eigenen Handbewegungen, mit etwas Übung sehen die Aufnahmen trotzdem deutlich ruhiger aus. Für sichere und sehr geschmeidige Aufnahmen wäre jedoch ein Gimbal zu empfehlen. Einsteiger Modelle wie ein Zhyiun crane lassen sich schon ab ca. 400 € erwerben und sind in fast jeder Situation einsetzbar.

Videobeleuchtung – Licht bei der Videoproduktion – Studioleuchten & Videoleuchte

Für die meisten Videodrehs sollte zumindest eine 3 Punkt Video Beleuchtung mit Videoleuchten vorhanden sein um das Hauptobjekt richtig auszuleuchten. Was dementsprechend bedeutet, dass man auch mindestens 3 Studioleuchten oder Videoleuchten benötigt.

Zu empfehlen sind dabei definitiv gute LED Studioleuchten oder Videoleuchten, da diese vor allem für den Anfänger genug Leistung bringen und keinen Stromanschluss benötigen, was bedeutet, dass diese Studioleuchten / Videoleuchten auch draußen aufgestellt werden können.

Wie und mit welchem Equipment soll das Audio Aufnahme getätigt werden?

Für eine Audio Aufnahme ist ein Richtmikrofon zu empfehlen. Dieses kann entweder direkt an der Kamera für die Audioaufnahme befestigt werden oder separat an einer Ton Angel. Damit die Kamera aber nicht dauerhaft am Mikrofon angeschlossen sein muss, empfiehlt sich ein externer Rekorder für die Audi Aufnahme. Wer hauptsächlich Interviews führt oder selbst in seinen Videos redet, kann sich auch 1-2 Ansteckmikrofone für die Audio Aufnahme zulegen, da diese sehr unkompliziert sind und sich auf den Sprechton konzentrieren, wodurch sie perfekte Mikrofone für Youtube sind.

Welches Videostativ für den Videodreh?

Was ein gutes Videostativ ausmacht kannst du in diesem Bericht nachlesen:

Für Videoaufnahmen ist nur hinzuzufügen, dass das Videostativ besonders standfest sein sollte, da oft einiges an extra Equipment an der Kamera befestigt wird (Monitor, Mikrofon, etc.), und es sollte einen guten und gelenkigen Stativkopf mit Hebel haben um sanfte Kameraschwenks machen zu können. Ansonsten ist mit dem Videostativ ähnlich wie mit dem Fotostativ zu verfahren.

Zusammenfassung: Welches Equipment braucht man nun um Youtube Videos zu drehen?

Wer ein Standard Youtube Set Up möchte, sollte sich also für sein Home Studio einige Lichter zulegen, denn wer vor hat regelmäßigen Content hochzuladen, der sollte in seinen Videos ein einheitliches und professionelles Bild erschaffen. Mit der richtigen Ausleuchtung funktioniert genau das, wodurch man sich eventuell einen Wiedererkennungswert schafft. Wer weiterhin in seinen Videos vor der Kamera stehen will, der sollte sich ein gutes Objektiv mit einer niedrigen Blende zulegen. Somit kann man den Hintergrund unscharf werden lassen und den gesamten Fokus auf sich legen. Zuletzt ist der Ton keineswegs zu vernachlässigen. Da heutzutage viele Videos nur im Hintergrund laufen, ist der Ton oft das einzige was man von einem Video mitbekommt. Dementsprechend sollte der Ton eine gute Qualität liefern.

Was sind die besten professionellen Videokameras für ein kleines Budget? Welche professionelle Videokamera für die Mittel und Profiklasse?

Heutzutage machen die meisten Fotografen und Videografen den Umstieg auf eine spiegellose Kamera. Eine spiegellose professionelle Videokamera ist definitiv auch dem Einsteiger zu empfehlen, da die neuen Modelle fast nur Vorteile haben und sehr kompakt sind. Zu empfehlen sind hier die Modelle von Sony. Für den Einsteiger wäre eine professionelle Videokamera dementsprechend ein Modell aus der a 6000er Reihe, in der Mittelklasse ein neueres Modell aus der 6000er Reihe oder ein unteres a7 Modell, wie zum Beispiel die a7ii. Für den Profi würden dann noch die a7iii Modelle oder sogar die a9 in Frage kommen. Wer eher ein Fan von Canon oder Nikon ist hat Glück, dass beide Marken 2018 auch mit ihren spiegellosen Modellen nachgezogen sind.

Hoffentlich gelingt dir mit diesen Informationen ein guter Start in die Welt der Videoproduktion!

Schau dir auch mal meine Produkte zum Colorgrading an: